Du stehst vor dem offenen Kühlschrank. Ein halbes Glas Gewürzgurken, etwas Käse und eine einsame Paprika schauen dich an. Gleichzeitig weißt du, dass der Wocheneinkauf ansteht und dein Budget nicht unbedingt größer geworden ist.
Genau bei solchen ganz normalen Alltagsproblemen kann KI überraschend praktisch sein.
Dein digitaler Einkaufshelfer
Künstliche Intelligenz wie ChatGPT kann mehr als Texte schreiben. Du kannst sie auch für ganz alltägliche Entscheidungen nutzen.
Und dafür musst du keine speziellen Befehle lernen. Schreib zunächst einfach, was du möchtest. Wenn das Ergebnis nicht passt, sag der KI, was sie ändern soll.
Zum Beispiel:
Ich habe noch Kartoffeln, Zwiebeln, Eier und etwas Käse zu Hause. Was kann ich daraus für zwei Personen kochen? Es soll einfach sein, maximal 30 Minuten dauern und ich möchte möglichst nichts zusätzlich einkaufen.
Aus deinen vorhandenen Lebensmitteln bekommst du so direkt mehrere Ideen, statt erst durch zehn Rezeptseiten zu suchen.
Mit KI den Wocheneinkauf planen
Besonders interessant wird es, wenn du dein Budget gleich mit einbeziehst.
Ich möchte für 2 Personen für 5 Tage einkaufen. Mein Budget beträgt 70 Euro. Zu Hause habe ich bereits Kartoffeln, Möhren, Reis, Zwiebeln und Eier. Erstelle mir daraus einen günstigen Einkaufsplan mit 5 einfachen Abendessen und einer passenden Einkaufsliste. Verwende Zutaten möglichst mehrfach.
Die KI kann dabei mehrere Dinge gleichzeitig berücksichtigen. Dein Budget, vorhandene Lebensmittel, die Anzahl der Personen und deine Wünsche, dein Ernährungsstil oder bestimmte Unverträglichkeiten.
Wenn der Plan zu teuer wird, musst du nicht wieder von vorne anfangen:
Der Einkaufsplan ist zu teuer. Reduziere die Kosten auf maximal 60 Euro. Verwende weiterhin möglichst viele der vorhandenen Zutaten und schlage günstige Alternativen vor.
So kannst du den Plan Schritt für Schritt an deine tatsächliche Situation anpassen.
Reste verwerten statt wegwerfen
Auch für die klassische Frage „Was koche ich mit dem, was noch da ist?“ eignet sich KI ziemlich gut.
Ich habe übrig gebliebenen Reis, eine halbe Dose Mais, zwei Möhren und eine Zucchini. Entwickle daraus drei einfache Abendessen. Ich möchte möglichst keine weiteren Zutaten kaufen.
Du kannst dabei auch deine persönlichen Vorlieben nennen. Wenn du bestimmte Lebensmittel nicht magst, vegetarisch essen möchtest oder wenig Zeit zum Kochen hast, sag es einfach dazu.
Je mehr relevante Informationen du gibst, desto besser kann die KI ihren Vorschlag darauf abstimmen.
Auch saisonal einkaufen kann beim Sparen helfen
Du kannst die KI außerdem nach saisonalen Lebensmitteln fragen:
Welche Obst- und Gemüsesorten haben gerade in Deutschland Saison? Welche davon sind normalerweise günstig und vielseitig einsetzbar? Erstelle daraus fünf einfache Gerichte für meine kommende Woche.
Das ersetzt keinen aktuellen Preisvergleich. Aber es kann dir helfen, deinen Einkauf stärker an saisonalen und meist gut verfügbaren Lebensmitteln auszurichten.
Und was ist mit den Angeboten?
Hier wird es noch interessanter. Du kannst ChatGPT auch bitten, aktuelle Angebote und Prospekte für deine Region zu recherchieren.
Zum Beispiel sonntagabends:
Durchsuche die aktuellen Angebote und Prospekte für meine Region [PLZ und Ort] für die kommende Woche. Berücksichtige insbesondere [meine bevorzugten Supermärkte].
Mein Lebensmittelbudget beträgt 60 Euro pro Woche. Suche vor allem nach Angeboten für [z. B. Gemüse, Milchprodukte, Kaffee und Grundnahrungsmittel].
Berücksichtige nur Angebote, die zu meinem tatsächlichen Bedarf passen. Ich möchte nichts kaufen, nur weil es reduziert ist.
Erstelle mir anschließend einen Einkaufsplan für die kommende Woche. Nutze Angebote möglichst für mehrere Mahlzeiten und berücksichtige Lebensmittel, die ich bereits zu Hause habe.
Erstelle zum Schluss eine nach Geschäften sortierte Einkaufsliste und schätze, ob ich mit meinem Budget auskomme.
Du kannst anschließend noch sagen:
Plane mir auf Basis dieser Angebote fünf einfache Abendessen für die kommende Woche. Verwende vorhandene Lebensmittel zuerst und bleibe insgesamt möglichst nah an meinem Budget von 60 Euro.
Damit wird aus einer einfachen Angebotsrecherche ein persönlicher Einkaufshelfer.
Der Realitäts-Check
Mit der kostenlosen Version kannst du so einen Angebots-Check durchaus ausprobieren. Allerdings gibt es gerade bei regionalen Prospekten Grenzen. Nicht jedes Angebot ist im Internet gleich gut auffindbar. Manche Prospekte sind regional unterschiedlich, manche Informationen befinden sich in Apps oder sind schlecht durchsuchbar.
Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass ChatGPT jedes einzelne Prospekt vollständig erfasst und jedes Angebot korrekt gefunden hat. Preise und Angebote solltest du vor dem Einkauf kurz überprüfen.
Für umfangreichere Recherchen oder zusätzliche Funktionen kann eine kostenpflichtige Version sinnvoll sein. Für den Anfang reicht aber ein gespeicherter Prompt, den du sonntagabends erneut aufrufst.
Ein Angebot ist nicht automatisch eine Ersparnis
Wenn du drei Packungen von etwas kaufst, das du eigentlich gar nicht brauchst, hast du kein Geld gespart. Du hast Geld ausgegeben.
Du kannst die KI deshalb auch gezielt fragen:
Welche der gefundenen Angebote passen tatsächlich zu meinem Einkaufsplan? Streiche alles, was ich wahrscheinlich nur wegen des günstigen Preises kaufen würde.
So wird aus „Was ist gerade billig?“ die sinnvollere Frage: „Was davon brauche ich tatsächlich?“
Was bedeutet das für dich?
Du brauchst keine spezielle Einkaufs-App und musst auch kein KI-Profi werden.
Du kannst mit einer einzigen Situation anfangen, die dich regelmäßig Zeit oder Geld kostet. Ein leerer Kühlschrank und keine Idee fürs Abendessen? Frag die KI.
Ein festes Wochenbudget? Lass dir daraus einen Einkaufsplan entwickeln.
Zu viele Reste? Lass dir passende Gerichte daraus machen.
Mehrere Prospekte vor dir? Lass nach relevanten Angeboten suchen und daraus einen Einkaufsplan erstellen.
Und wenn das Ergebnis nicht passt, frag einfach weiter. Du kannst sagen, dass es günstiger, schneller, vegetarischer, einfacher oder familienfreundlicher werden soll.
Du musst also nicht lernen, wie man komplizierte Prompts schreibt. Beschreibe dein Problem so konkret wie möglich und arbeite anschließend mit der Antwort weiter.
Fazit
KI muss im Alltag nicht spektakulär sein. Manchmal reicht es völlig, wenn sie dir hilft, aus dem Inhalt deines Kühlschranks ein Abendessen zu machen, aus 60 Euro einen realistischen Einkaufsplan zu entwickeln oder die Angebote der kommenden Woche auf deinen tatsächlichen Bedarf zu prüfen.
Das spart vielleicht nicht jedes Mal eine riesige Summe. Aber es kann dir Entscheidungen abnehmen, Zeit sparen und dabei helfen, bewusster einzukaufen und weniger Lebensmittel zu verschwenden.
Wenn du noch mehr solcher konkreten Anwendungen ausprobieren möchtest, findest du in meinem Workbook „KI einfach für deinen Alltag“ weitere praktische Ideen und fertige Prompts, die du direkt ausprobieren und an deinen eigenen Alltag anpassen kannst.
Hinweis: Das Beitragsbild in diesem Artikel wurde ChatGPT generiert.

